Die Konsumlaune in Deutschland ist im Dezember weiter gestiegen. Der von den Nürnberger Instituten GfK und NIM berechnete Konsumklimaindex für den Januar legte um 2,5 auf minus 25,1 Punkte zu und lag damit deutlich über der Konsensschätzung.

Die Verbesserung des Konsumklimas gelang, obwohl sich die Sparneigung wieder erhöhte. Der entsprechende Index legte um 2,0 auf 7,3 Punkte zu.

Einkommenserwartung stark verbessert

Nach vier Rückgängen in den Vormonaten schnellte die Einkommenserwartung im Dezember kräftig nach oben. Der Subindex sprang um 9,8 auf minus 6,9 Punkte. Ursächlich waren die bereits erfolgten oder sich abzeichnenden kräftigen Anstiege der Löhne und Gehälter.
Konjunkturerwartung etwas verbessert

Die Konjunkturerwartungen legten erneut zu, diesmal um 1,9 auf minus 0,4 Punkte. Damit kommt die zuletzt im Juli überwundene Nulllinie, die den langfristigen Durchschnitt abbildet, wieder in Sicht.
Anschaffungsneigung stark verbessert

Die Anschaffungsneigung verbesserte sich um 6,2 auf minus 8,8 Zähler. Auch wenn das Niveau noch relativ niedrig ist, wurde ein höherer Wert zuletzt im März 2022 gemessen.
Fazit: Der Konsumklimaindex hat sich weiter verbessert, befindet sich jedoch immer noch auf einem niedrigen Niveau. Ein konsumgestützter Aufschwung ist weiterhin nicht in Sicht. Die Flaute dürfte vorerst anhalten.

Was sagt der GfK-Wert aus?
Ein GfK-Indexpunkt entspricht einem Wachstum des privaten Verbrauchs von 0,1% zum Vorjahr. Der aktuelle GfK-Wert von minus 25,1 signalisiert, dass die privaten Konsumausgaben im Januar 2024 um 2,51% niedriger sein werden als im Januar 2023.
Hintergrund
Das Nürnberger Marktforschungsinstitut GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) befragt in der ersten Hälfte eines jeden Monats im Auftrag der EU-Kommission 2000 repräsentativ ausgewählte Personen im Inland nach ihren Einkommenserwartungen, Anschaffungsneigungen und Konjunkturerwartungen.
Aus den Antworten wird der GfK Konsumklimaindex berechnet. Er erlaubt eine Prognose über die Entwicklung der gesamten Konsumausgaben der privaten Haushalte im kommenden Monat.
Seit Oktober 2023 werden die von der GfK erhobenen Daten zum Konsumklima gemeinsam mit dem Nürnberg Institut für Marktforschung (NIM) ausgewertet und herausgegeben.