Im Gesamtjahr 2023 wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Chinas real um 5,2% auf 126 Bill. Renminbi und erreichte damit das offizielle Wachstumsziel von „etwa 5%“.

Nach dem fulminanten Jahresauftakt kam die chinesische Wirtschaft allerdings aus dem Tritt. Die Quartalswachstumsraten verflachten von 2,3% im 1. Quartal auf 0,5% im 2. Quartal und 1,3% im 3. Quartal. Für das Schlussquartal wurde ein Plus von 1,0% gemeldet.

Außenhandel schwach
Der Außenhandel expandierte 2023 im Jahresvergleich um bescheidene 0,2% auf insgesamt 41,8 Bill. Renminbi (RMB) und erzielte einen Handelsbilanzüberschuss von 5,8 Bill. RMB. Während die Ausfuhren um 0,6% auf 23,8 Bill. RMB zulegten, sanken die Einfuhren um 0,3% auf 18,0 Bill. RMB.
Die Industrieproduktion expandierte 2023 um 4,6% zum Vorjahr. Die Gewinne der Industrieunternehmen gingen in den ersten elf Monaten 2023 allerdings um 4,4% zurück.
Deutlich zulegen konnte der Einzelhandel, dessen Umsatz um 7,2% auf 47,1 Bill. RMB wuchs. Für den Dienstleistungssektor wurde ein Plus von 5,8% gemeldet, die Investitionen stiegen um 3,0% auf 50,3 Bill. RMB.
Inflationsziel weit unterschritten
Die geringere wirtschaftliche Dynamik spiegelt sich in den Verbraucherpreisen wider, denn die Inflationsrate lag im vergangenen Jahr mit 0,2% weit unter dem Zielwert von 3,0%. Die Kernrate der Inflation erreichte auch nur 0,7%. Die Erzeugerpreise für industrielle Produkte sanken sogar um 3,0%.
Beim verfügbaren Einkommen meldete das Statistikamt für das Gesamtjahr 2023 einen realen Zuwachs von 6,1%. Die Arbeitslosenquote lag bei 5,2%.
Die Bevölkerung Chinas ging 2023 um 2,1 Mio. auf 1.409,67 Mio. Menschen zurück.
Dienstleistungssektor dominiert
Im Jahr 2023 wurde ein Bruttoinlandsprodukt von insgesamt 126,1 Bill RMB erwirtschaftet. 54,6% des BIP (bzw. 68,8 Bill. RMB) wurden im Dienstleistungssektor generiert, 38,3% (48,3 Bill. RMB) entfielen auf die Industrie und lediglich 7,1% (9,0 Bill. RMB) auf die Landwirtschaft.
Wie geht es weiter?
Chinas Wachstumspfad hat sich zuletzt deutlich abgeflacht. Die anhaltende Krise im chinesischen Immobiliensektor (der früheren „Wachstumsmaschine“) und die eher verhaltene Binnennachfrage werden begleitet von einer schwächeren globalen Nachfrage.
Die Einkaufsmanagerindizes bewegen sich derzeit lediglich im Bereich der Wachstumsschwelle und lassen keinen kräftigen Aufschwung erwarten.

In der Annahme, dass das Wachstumstempo des 4. Quartals im gesamten Jahr gehalten werden kann, dürfte Chinas BIP im Jahr 2024 um etwa 4% zulegen. Ein offizielles Wachstumsziel liegt bisher nicht vor. Es dürfte im März vom Volkskongress festgelegt werden.
Fazit: Chinas BIP hat das Wachstumsziel 2023 erreicht und dürfte im laufenden Jahr um etwa 4% expandieren.
