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Deutsche Inflationsrate steigt auf 3,7%

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Der Preisdruck in Deutschland hat zum Jahresende erwartungsgemäß leicht zugenommen und ließ die Inflationsrate im Dezember wieder steigen. Der deutsche Verbraucherpreisindex (VPI) legte im Monatsvergleich um 0,1% zu. Die den gesamten Warenkorb erfassende Headline-Inflationsrate stieg dadurch von 3,2% auf 3,7% und entsprach damit der Konsensschätzung.

HVPI steigt auf 3,8%
Auf Basis des von der EU und der EZB verwendeten Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) stieg die Inflationsrate sogar von 2,3% auf 3,8%. Der HVPI legte im Monatsvergleich um 0,2% zu. Er unterscheidet sich vom VPI durch eine andere Gewichtung der Güter und Dienstleistungen im Warenkorb.

Dezember-Soforthilfe 2022 sorgt für Basiseffekte
Ausschlaggebend für den kräftigen Anstieg der beiden Preisindizes waren ausgeprägte Basiseffekte. So sanken im Dezember 2022 der HVPI um 1,2% und der VPI um 0,4% zum Vormonat. Ursächlich war die „Dezember-Soforthilfe“, im Rahmen derer der Bund im Dezember 2022 die Abschläge für Strom und Wärme übernommen hatte.

Kernrate sinkt auf 3,5%
Die ohne Nahrungsmittel- und Energiepreise berechnete Kernrate der Inflation ging vorläufigen Angaben zufolge im Dezember von 3,8% auf 3,5% zurück.

Energiepreise gestiegen
Der Anstieg der Nahrungsmittelpreise verringerte sich zwar von 5,5% im November auf 4,5% im Dezember. Gleichwohl blieben die Nahrungsmittel erneut der größte Preistreiber. Sie haben im Warenkorb, mit dem die Teuerung gemessen wird, einen Anteil von 10,5%.

Einen deutlichen Anstieg verzeichneten die mit 7,4% gewichteten Energiepreise. Lagen sie im November noch 4,5% unter dem Vorjahresniveau, so waren sie im Dezember um 4,1% höher als vor einem Jahr. Ursächlich war der Basiseffekt der „Dezember-Soforthilfe 2022″ (siehe oben).

Mit 50,3% sind die Dienstleistungen das Schwergewicht im Warenkorb. Sie verteuerten sich im Vorjahresvergleich um 3,2% (November +3,4%).

Spanien: 3,1%
In Spanien zeigte der Preistrend erneut nach unten. Der Verbraucherpreisindex blieb im Dezember im Monatsvergleich unverändert, so dass die Inflationsrate von 3,2% auf 3,1% sank. Im Gesamtjahr 2023 lag sie bei 3,5%.

Frankreich: 3,7%
In Frankreich legte der Verbraucherpreisindex im Dezember im Monatsvergleich um 0,1% zu. Die Inflationsrate stieg dadurch von 3,5% auf 3,7%. Im Gesamtjahr 2023 lag sie bei 4,9%.

Wie geht es weiter?
Sowohl der deutsche VPI als auch der HVPI dürften im neuen Jahr spürbar zurückkommen.

Die moderate Entwicklung der Indizes zum Jahresende 2023 ermäßigt das Einstiegsniveau in das neue Jahr und sollte dazu führen, dass die Teuerungsraten bereits zu Jahresbeginn die Zwei vor dem Komma annehmen. Der Zielwert von 2% dürfte im Sommerhalbjahr erreicht oder unterschritten werden.

Für das Gesamtjahr 2023 ergab sich in Deutschland eine durchschnittliche VPI Headline-Inflationsrate von 5,9%. Sie dürfte 2024 auf rund 2,5% sinken.

Der deutsche HVPI lag 2023 bei 6,0% und dürfte 2024 ebenfalls auf rund 2,5% zurückgehen.

Fazit: Der Rückgang der Inflationsraten erfolgt schneller als erwartet. Möglicherweise wird die erste Leitzinssenkung der EZB ebenfalls früher beschlossen als bisher von uns angenommen.

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