Search
Close this search box.

US-Arbeitsmarkt brummt

Die Dynamik am US-Arbeitsmarkt hat im Mai laut US Bureau of Labor Statistics wieder deutlich an Fahrt aufgenommen. Die Anzahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze lag mit 272.000 deutlich über der Konsensschätzung von 185.000. Die Werte der beiden Vormonate wurden um insgesamt 15.000 nach unten revidiert. Der Durchschnitt der letzten zwölf Monate liegt damit bei 230.000.

Lohnanstieg legt wieder zu

Die Arbeitslosenquote stieg erneut leicht und liegt nun bei 4,0%. Der Lohnanstieg zum Vormonat erhöhte sich auf 0,4% (Vormonat: 0,2%). Im Vorjahresvergleich legten die Löhne im Mai um 4,1% zu. Der Wert für April wurde von 3,9% auf 4,0% nach oben revidiert.

Lag die Anzahl offener Stellen zeitweise rund doppelt so hoch wie die der Arbeitslosen, hat sich der Abstand weiter verringert. Im Mai standen den 6,65 Mio. Arbeitssuchenden „nur noch“ 8,06 Mio. offene Stellen zur Verfügung.

Wie sind die Zahlen zu bewerten?

Einerseits ist die Zahl der Arbeitslosen seit April 2023 um fast eine Million gestiegen und das Verhältnis zu den offenen Stellen hat sich reduziert. Zudem reduzierte sich der Lohnanstieg im selben Zeitraum um 0,6 Prozentpunkte. Dies spricht für einen nachlassenden Druck am Arbeitsmarkt. Andererseits liegt der Lohnanstieg auch mit 4,1% noch deutlich über der Inflationsrate von 3,4% (April) und der Stellenaufbau weiterhin über der Schwelle von 200.000 pro Monat. Insgesamt dürfte der Lohndruck aber im Trend abnehmen.

Was macht die US-Notenbank?

Die US-Notenbank (Fed) verfolgt mit ihrem dualen Mandat die zwei Ziele der Vollbeschäftigung und der Preisstabilität.

Die etwas stärkeren Arbeitsmarktzahlen haben beim Markt die Hoffnungen auf Zinssenkungen gedämpft. So stieg die Rendite von 10-Jährigen US-Staatsanleihen um rund 12 Basispunkte an.

Die Abweichung beim Ziel der Preisstabilität ist mit einer Headline-Inflationsrate von 3,4% im April noch immer deutlich. Auch die besonders beachtete Kernrate der Konsumausgaben (Core PCE) hat mit 2,8% im April nicht weiter abgenommen.

Die Fed wird die weitere Dynamik in beiden Bereichen genau beobachten. Denn sie will einerseits ein Wiederaufflammen der Inflation durch verfrühte Zinssenkungen unbedingt vermeiden. Anderseits ist die Geldpolitik mit einem Leitzins von über 5% noch immer recht restriktiv und die gut laufende Konjunktur soll nicht abgewürgt werden.

Insgesamt spricht die Datenlage weiterhin für eine restriktive Geldpolitik, wenngleich eine geringere Intensität im späteren Jahresverlauf möglich sein sollte. Übersetzt heißt das: kommt es nicht zu einem überraschenden Inflationsanstieg, dürfte die US-Notenbank eine erste Leizinssenkung in diesem Jahr beschließen.

Fazit: Die US-Konjunktur im Allgemeinen und der Arbeitsmarkt im Speziellen sind weiterhin robust. Die Inflation liegt noch immer über der Zielmarke von 2%. Die US-Notenbank unterliegt daher noch keinem großen Zinssenkungsdruck. Für das laufende Jahr gehen wir von maximal ein bis zwei Zinssenkungen aus.

Abonnieren Sie unsere kostenlosen Newsletter rund um die Themen Kapitalmarkt, Zinsen und Konjunktur.